Digitales Liedblatt zum Evangelischen Radio-Gottesdienst an Ostern

Herzlich Willkommen zum Ostergottesdienst aus der Himmelfahrtskirche in München-Sendling. Sie können diesen Gottesdienst am Ostersonntag live auf Bayern 1 von 10.00-11.00 Uhr hören.

Mit diesem digitalen Liedblatt können Sie den Gottesdienst zu Hause mitfeiern. Laden Sie diese Seite am besten auf ein Tablet oder Handy und feiern und singen Sie mit.

Wir wünschen Ihnen einen gesegneten Gottesdienst!

Glocken

Begrüßung

Lied: „Wir wollen alle fröhlich sein“
(EG 100)

1. Wir wollen alle fröhlich sein
in dieser österlichen Zeit;
denn unser Heil hat Gott bereit’.
Halleluja, Halleluja, Halleluja, Halleluja,
gelobt sei Christus, Marien Sohn.

2. Es ist erstanden Jesus Christ,
der an dem Kreuz gestorben ist,
dem sei Lob, Ehr zu aller Frist.
Halleluja, Halleluja, Halleluja, Halleluja,
gelobt sei Christus, Marien Sohn.

(3. Er hat zerstört der Höllen Pfort,
die Seinen all herausgeführt
und uns erlöst vom ewgen Tod.
Halleluja, Halleluja, Halleluja, Halleluja,
gelobt sei Christus, Marien Sohn.)

4. Es singt der ganze Erdenkreis
dem Gottessohne Lob und Preis,
der uns erkauft das Paradeis.
Halleluja, Halleluja, Halleluja, Halleluja,
gelobt sei Christus, Marien Sohn.

Psalm 18

im Wechsel. Lesen Sie die fett gedruckten Zeilen

Herzlich lieb habe ich dich, Herr, meine Stärke!

Herr, mein Fels, meine Burg, mein Erretter;
mein Gott, mein Hort, auf den ich traue,

Es umfingen mich des Todes Bande,
und die Fluten des Verderbens erschreckten mich.

Als mir angst war, rief ich den Herrn an
und schrie zu meinem Gott.

Da erhörte er meine Stimme von seinem Tempel,
und mein Schreien kam vor ihn zu seinen Ohren.

Er neigte den Himmel und fuhr herab,
und Dunkel war unter seinen Füßen.

Und er fuhr auf dem Cherub und flog daher,
er schwebte auf den Fittichen des Windes.

Da sah man die Tiefen der Wasser,
und des Erdbodens Grund ward aufgedeckt

Er streckte seine Hand aus von der Höhe und fasste mich
und zog mich aus großen Wassern.

Er errettete mich von meinen starken Feinden,
von meinen Hassern, die mir zu mächtig waren;

Er führte mich hinaus ins Weite,
er riss mich heraus; denn er hatte Lust zu mir.

Ehre sei dem Vater und dem Sohn und dem Heiligen Geist

Wie im Anfang so auch jetzt
und allezeit und in Ewigkeit. Amen.

Musik: G.F.Händel: Solo-Anthems: Halleluja HWV 273

Wir vor Gott

Lied: „Christ ist erstanden“
(EG 99)

Christ ist erstanden
von der Marter alle;
des solln wir alle froh sein,
Christ will unser Trost sein.
Kyrieleis.

Wär er nicht erstanden,
so wär die Welt vergangen;
seit dass er erstanden ist,
so lobn wir den Vater Jesu Christ’.
Kyrieleis.

Halleluja, Halleluja, Halleluja!
Des solln wir alle froh sein,
Christ will unser Trost sein.
Kyrieleis.

Gebet

Musik: G.F.Händel: Solo-Anthems: Halleluja HWV 273

Taufgedächtnis mit Orgelmusik

Lesung

Aus dem Römerbrief, Kapitel 6

Wisst ihr nicht, dass alle, die wir auf Christus Jesus getauft sind, die sind in seinen Tod getauft? So sind wir ja mit ihm begraben durch die Taufe in den Tod, auf dass, wie Christus auferweckt ist von den Toten durch die Herrlichkeit des Vaters, so auch wir in einem neuen Leben wandeln.

Glaubensbekenntnis

Ich glaube an Gott,
den Vater, den Allmächtigen,
den Schöpfer des Himmels und der Erde.

Und an Jesus Christus,
seinen eingeborenen Sohn, unsern Herrn,
empfangen durch den Heiligen Geist,
geboren von der Jungfrau Maria,
gelitten unter Pontius Pilatus,
gekreuzigt, gestorben und begraben,
hinabgestiegen in das Reich des Todes,
am dritten Tage auferstanden von den Toten,
aufgefahren in den Himmel;
er sitzt zur Rechten Gottes,
des allmächtigen Vaters;
von dort wird er kommen,
zu richten die Lebenden und die Toten.

Ich glaube an den Heiligen Geist,
die heilige christliche Kirche,
Gemeinschaft der Heiligen,
Vergebung der Sünden,
Auferstehung der Toten
und das ewige Leben.

Amen.

Musik: H. Grimm: Geistliches Konzert „Alleluja ist ein fröhlich Gesang“

Lesung des Osterevangeliums

Matthäusevangelium 28,1-7a

Als aber der Sabbat vorüber war und der erste Tag der Woche anbrach, kamen Maria Magdalena und die andere Maria, um nach dem Grab zu sehen. Und siehe, es geschah ein großes Erdbeben. Denn ein Engel des Herrn kam vom Himmel herab, trat hinzu und wälzte den Stein weg und setzte sich darauf. Seine Erscheinung war wie der Blitz und sein Gewand weiß wie der Schnee.  Die Wachen aber erbebten aus Furcht vor ihm und wurden, als wären sie tot. Aber der Engel sprach zu den Frauen: Fürchtet euch nicht! Ich weiß, dass ihr Jesus, den Gekreuzigten, sucht.  Er ist nicht hier; er ist auferstanden, wie er gesagt hat. Kommt und seht die Stätte, wo er gelegen hat;  und geht eilends hin und sagt seinen Jüngern: Er ist auferstanden von den Toten.

Musik: R. Jones „Christ ist erstanden“

Predigt

Dazwischen: Musik: L.Graap: Introitus, Improvisation, Cantus über „Christ ist erstanden“

Lied: „Er ist erstanden“
(EG 116)

1. Er ist erstanden, Halleluja.
Freut euch und singet, Halleluja.
Denn unser Heiland hat triumphiert,
all seine Feind gefangen er führt.
Kehrvers Lasst uns lobsingen vor unserem Gott,
der uns erlöst hat vom ewigen Tod.
Sünd ist vergeben, Halleluja!
Jesus bringt Leben, Halleluja!

2. Er war begraben drei Tage lang.
Ihm sei auf ewig Lob, Preis und Dank;
denn die Gewalt des Tods ist zerstört;
selig ist, wer zu Jesus gehört.
Lasst uns lobsingen vor unserem Gott,
der uns erlöst hat vom ewigen Tod.
Sünd ist vergeben, Halleluja!
Jesus bringt Leben, Halleluja!

3. Der Engel sagte: »Fürchtet euch nicht!
Ihr suchet Jesus, hier ist er nicht.
Sehet, das Grab ist leer, wo er lag:
er ist erstanden, wie er gesagt.«
Lasst uns lobsingen vor unserem Gott,
der uns erlöst hat vom ewigen Tod.
Sünd ist vergeben, Halleluja!
Jesus bringt Leben, Halleluja!

4. »Geht und verkündigt, dass Jesus lebt,
darüber freu sich alles, was lebt.
Was Gott geboten, ist nun vollbracht,
Christ hat das Leben wiedergebracht.«
Lasst uns lobsingen vor unserem Gott,
der uns erlöst hat vom ewigen Tod.
Sünd ist vergeben, Halleluja!
Jesus bringt Leben, Halleluja!

Fürbittgebet

Vaterunser

Vater unser im Himmel.
Geheiligt werde dein Name.
Dein Reich komme.
Dein Wille geschehe
wie im Himmel so auf Erden.
Unser tägliches Brot gib uns heute,
und vergib uns unsere Schuld,
wie auch wir vergeben unsern Schuldigern.
Und führe uns nicht in Versuchung,
sondern erlöse uns von dem Bösen.
Denn dein ist das Reich und die Kraft
und die Herrlichkeit in Ewigkeit.

Amen.

Musik: G.F. Händel: Halleluja (aus dem Messias)

Segen

Musik: W.A. Sabin: Grand Chœur D-Dur

Mitwirkende

Liturgie: Clemens Monninger
Lesungen: Sebastian Myrus
Predigt: Stephanie Höhner
Musik: Klaus Geitner, Orgel und musikalische Leitung
Flöte: Theresa Larass

Vokalensemble:
Anna-Lena Elbert, Sopran
Regine Jurda, Alt
Eric Price, Tenor
Sebastian Myrus, Bass

Liturgische Beratung: Pfarrerin Julia Rittner-Kopp

Digitales Liedblatt: ELKB Social Media

Digitales Liedblatt zum Evangelischen Fernseh-Gottesdienst in der Osternacht

Herzlich Willkommen zur Osternacht aus der Christuskirche Landshut. Sie können diesen Gottesdienst am Karsamstag live im Bayerischen Fernsehen von 22.00-23.00 Uhr oder als Aufzeichnung in der ARD ab 23.55 Uhr sehen.

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Wir wünschen Ihnen einen gesegneten Gottesdienst!

Begrüßung

Musik: Palestrina „Lamentationen“

zum hebräischen Buchstaben „Nun“

Betrachtung und Lesung „Schöpfung“

Aus dem 1. Buch Mose im 1. Kapitel

Am Anfang schuf Gott Himmel und Erde. Und die Erde war wüst und leer, und Finsternis lag auf der Tiefe; und der Geist Gottes schwebte über dem Wasser. Und Gott sprach: Es werde Licht! Und es ward Licht. Und Gott sah, dass das Licht gut war. Da schied Gott das Licht von der Finsternis und nannte das Licht Tag und die Finsternis Nacht. Da ward aus Abend und Morgen der erste Tag.

Und also rief Gott durch sein allmächtiges Wort alles, was ist, ins Leben: Licht und Finsternis, Tag und Nacht, Wasser und Festland, Sonne und Mond, Baum und Gras, Pflanze und Tier.

Und Gott sprach: Lasset uns Menschen machen, ein Bild, das uns gleich sei. Und Gott schuf den Menschen zu seinem Bilde, zum Bilde Gottes schuf er ihn; und schuf sie als Mann und Frau. Und Gott segnete sie.

Und Gott sah an alles, was er gemacht hatte, und siehe, es war sehr gut.

Musik: Markus Zahnhausen, „Adesso II“ für Tenorblockflöte solo

Betrachtung und Lesung „Exodus“

Aus dem 2. Buch Mose im 13. Kapitel

Als nun der Pharao das Volk hatte ziehen lassen, ließ Gott  das Volk einen Umweg machen, den Weg durch die Wüste zum Schilfmeer. Und die Israeliten zogen wohlgeordnet aus Ägyptenland… So zogen sie aus von Sukkot und lagerten sich in Etam am Rande der Wüste.

Und der Herr zog vor ihnen her, am Tage in einer Wolkensäule, um sie den rechten Weg zu führen, und bei Nacht in einer Feuersäule, um ihnen zu leuchten, damit sie Tag und Nacht wandern konnten. Niemals wich die Wolkensäule von dem Volk bei Tage noch die Feuersäule bei Nacht.

Musik: Georg Philipp Telemann, „Fantasia X – 1. Satz A Tempo giusto“

Betrachtung und Lesung „Propheten“

Aus dem Propheten Jesaja im 26. Kapitel

HERR, unser Gott, es herrschen wohl andere Herren über uns als du, aber wir gedenken doch allein deiner und deines Namens. Deine Toten werden leben, deine Leichname werden auferstehen. Wachet auf und rühmet, die ihr liegt unter der Erde! Denn ein Tau der Lichter ist dein Tau, und die Erde wird die Schatten herausgeben.

Musik: H. Schütz „Also hat Gott die Welt geliebet“

Entzünden und Signieren der Osterkerze

Einzug der Osterkerze

Exultet

Gebet

Osterevangelium

Als der Sabbat vorüber war und der erste Tag der Woche anbrach, kamen Maria von Magdala und die andere Maria, um nach dem Grab zu sehen. Und siehe, es gab ein großes Erdbeben. Denn der Engel des Herrn kam vom Himmel herab, trat hinzu und wälzte den Stein weg und setze sich darauf. Seine Gestalt war wieder der Blitz und sein Gewand weiß wie der Schnee. Die Wachen aber erschraken aus Furcht vor ihm und wurden, als wären sie tot. Aber der Engel sprach zu den Frauen:

Fürchtet euch nicht! Ich weiß, dass ihr Jesus, den Gekreuzigten, sucht. Er ist nicht hier, er ist auferstanden, wie er gesagt hat. Kommt her und seht die Stätte, wo er gelegen hat; und geht eilends hin und sagt seinen Jüngern, dass er auferstanden ist von den Toten. Und siehe, er wird vor euch hingehen nach Galiläa, dort werdet ihn sehen. Siehe, ich habe es euch gesagt.

Und sie gingen eilends weg vom Grab mit Furcht und großer Freude und liefen, um es seinen Jüngern zu verkündigen. Und siehe, da begegnete ihnen Jesus und sprach: Seid gegrüßet.

Und sie traten zu ihm und umfassten seine Füße und fielen vor ihm nieder. Da sprach Jesus zu ihnen: Fürchtet euch nicht! Geht hin und verkündet es meinen Brüdern, dass sie nach Galiläa gehen: dort warden sie mich sehen.

Die elf Jünger gingen nach Galiläa auf den Berg, wohin Jesus sie beschieden hatte. Und als sie ihn sahen, fielen sie vor ihm nieder; einige aber zweifelten. Und Jesus trat herzu und sprach zu ihnen: Mir ist gegeben alle Gewalt im Himmel und auf Erden. Darum gehet hin und machete zu Jüngern alle Völker: taufet sie auf den Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes und lehret sie halten alles, was ich euch befohlen haben. Und siehe, ich bin bei euch alle Tage bis an der Welt Ende.

Lied: Christ ist erstanden (EG 99)

Christ ist erstanden
von der Marter alle;
des solln wir alle froh sein,
Christ will unser Trost sein.
Kyrieleis.

Wär er nicht erstanden,
so wär die Welt vergangen;
seit dass er erstanden ist,
so lobn wir den Vater Jesu Christ’.
Kyrieleis.

Des solln wir alle froh sein,
Christ will unser Trost sein.
Kyrieleis.

Das Leben bricht sich Bahn

Lied: „Auf, auf, mein Herz, mit Freuden
(EG 112, 1,5)

1. Auf, auf, mein Herz, mit Freuden
nimm wahr, was heut geschicht;
wie kommt nach großem Leiden
nun ein so großes Licht!
Mein Heiland war gelegt
da, wo man uns hinträgt,
wenn von uns unser Geist
gen Himmel ist gereist.

5. Die Welt ist mir ein Lachen
mit ihrem großen Zorn,
sie zürnt und kann nichts machen,
all Arbeit ist verlorn.
Die Trübsal trübt mir nicht
mein Herz und Angesicht,
das Unglück ist mein Glück,
die Nacht mein Sonnenblick.

Predigt

unterbrochen von Musik

Musik: „Jubilate, everybody“

Jubilate, everybody, serve the Lord in all your ways, and
Come before his presence singing, enter now his courts with praise.

For the Lord our God is gracious, and his mercy everlasting.
Jubilate, jubilate, jubilate Deo!

Tauferinnerung

Glaubensbekenntnis

Ich glaube an Gott,
den Vater, den Allmächtigen,
den Schöpfer des Himmels und der Erde.

Und an Jesus Christus,
seinen eingeborenen Sohn, unsern Herrn,
empfangen durch den Heiligen Geist,
geboren von der Jungfrau Maria,
gelitten unter Pontius Pilatus,
gekreuzigt, gestorben und begraben,
hinabgestiegen in das Reich des Todes,
am dritten Tage auferstanden von den Toten,
aufgefahren in den Himmel;
er sitzt zur Rechten Gottes,
des allmächtigen Vaters;
von dort wird er kommen,
zu richten die Lebenden und die Toten.

Ich glaube an den Heiligen Geist,
die heilige christliche Kirche,
Gemeinschaft der Heiligen,
Vergebung der Sünden,
Auferstehung der Toten
und das ewige Leben.

Amen.

Musik: „Die auf Christus ihr seid getauft, habt Christus angezogen, halleluja.“

Fürbitten

Vaterunser

Vater unser im Himmel.
Geheiligt werde dein Name.
Dein Reich komme.
Dein Wille geschehe
wie im Himmel so auf Erden.
Unser tägliches Brot gib uns heute,
und vergib uns unsere Schuld,
wie auch wir vergeben unsern Schuldigern.
Und führe uns nicht in Versuchung,
sondern erlöse uns von dem Bösen.
Denn dein ist das Reich und die Kraft
und die Herrlichkeit in Ewigkeit.
Amen.

Lied: „Wir wollen alle fröhlich sein“ (EG 100, 1.2.5)

1. Wir wollen alle fröhlich sein
in dieser österlichen Zeit;
denn unser Heil hat Gott bereit’.
Halleluja, Halleluja, Halleluja, Halleluja,
gelobt sei Christus, Marien Sohn.

2. Es ist erstanden Jesus Christ,
der an dem Kreuz gestorben ist,
dem sei Lob, Ehr zu aller Frist.
Halleluja, Halleluja, Halleluja, Halleluja,
gelobt sei Christus, Marien Sohn.

5. Des freu sich alle Christenheit
und lobe die Dreifaltigkeit
von nun an bis in Ewigkeit.
Halleluja, Halleluja, Halleluja, Halleluja,
gelobt sei Christus, Marien Sohn

Segen

Musik: G. F. Händel, „Halleluja“m Orgelbearbeitung

Mitwirkende

Landesbischof Heinrich Bedford-Strohm
Dekanin Nina Lubomierski
Johanna Rieger
Nicolas Stark

Musikalische Gesamtleitung und Orgel: KMD Volker Gloßner

Ensemble Singer Pur: Claudia Reinhard – Sopran, Christian Meister – Tenor, Markus Zapp – Tenor, Manuel Warwitz – Tenor, Jakob Steiner – Bariton, Marcus Schmidl – Bass

Flöten: Markus Bartholomé

Redaktion: Sabine Rauh
Regie: Torben Jacobsen
Liturgische Beratung: Florian Ihsen, Melitta Müller-Hansen
Zuständige Referentin des Landesbischofs: Kirchenrätin Kerstin Kipp

Digitales Liedblatt: ELKB Social Media

Digitales Liedblatt zum Evangelischen Fernseh-Gottesdienst am Karfreitag

Herzlich Willkommen zum Fernseh-Gottesdienst aus St. Mang in Kempten. Sie können diesen Gottesdienst am Karfreitag um 10 Uhr in der ARD sehen und auf Bayern 1 hören.

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Wir wünschen Ihnen einen gesegneten Gottesdienst!

Begrüßung

Lied: „O Welt, sieh hier dein Leben“
(EG 84, 1+5

1. O Welt, sieh hier dein Leben
am Stamm des Kreuzes schweben,
dein Heil sinkt in den Tod.
Der große Fürst der Ehren
lässt willig sich beschweren
mit Schlägen, Hohn und großem Spott.

5. Du nimmst auf deinen Rücken
die Lasten, die mich drücken
viel schwerer als ein Stein;
du wirst ein Fluch, dagegen
verehrst du mir den Segen;
dein Schmerzen muss mein Labsal sein.

Passionsgeschichten

Dazwischen:
Kyrie eleison,
sieh, wohin wir gehn.
Ruf uns aus den Toten,
lass uns auferstehn.

Gebet

mit Worten aus Psalm 22

Mein Gott,
warum nur hast du mich verlassen?
Ich schreie laut zu dir, aber meine Hilfe scheint so weit weg.
Mein Gott, ich rufe zu dir am Tag.
Doch, deine Antwort bleibt aus.
Und ich klage dir in der Nacht mein Leid.
Wo nur soll ich Ruhe finden?
Du aber bist heilig. Du bist ganz anders als wir.
Du bist dort, wo Menschen dir Lieder singen. Unsere Eltern und Großeltern haben dir vertraut. Sie hofften auf dich. Du hast ihnen geholfen.
Auf dich, Gott, bin ich angewiesen seit Beginn meines Lebens.
Du bist mein Gott seit meiner Geburt. Sei mir nahe, denn ich habe Angst.
Wer könnte mir helfen außer dir?
Ich fühle mich wie Wasser, das man achtlos ausschüttet. Ich fühle mich wie das heiße Wachs einer Kerze, das schmilzt und zerläuft. Ich fühle mich wie ein Mensch, der innerlich vertrocknet.
Hilf mir in meiner Not! Du, Gott, sei mir nahe! Komm schnell zu mir. Denn du bist meine Kraft und meine Stärke. Komm und hilf mir! Amen.

Musik: Melchior Franck „Fürwahr, er trug unsere Krankheit“

Evangelium (Johannes 19, 16-22)

Sie nahmen Jesus aber,
und er trug selber das Kreuz und ging hinaus zur Stätte, die da heißt Schädelstätte, auf Hebräisch Golgatha. Dort kreuzigten sie ihn und mit ihm zwei andere zu beiden Seiten, Jesus aber in der Mitte.
Pilatus aber schrieb eine Aufschrift und setzte sie auf das Kreuz; und es war geschrieben: Jesus von Nazareth, der Juden König.
Diese Aufschrift lasen viele Juden, denn die Stätte, wo Jesus gekreuzigt wurde, war nahe bei der Stadt. Und es war geschrieben in hebräischer, lateinischer und griechischer Sprache.
Da sprachen die Hohenpriester der Juden zu Pilatus: Schreibe nicht: Der Juden König, sondern dass er gesagt hat: Ich bin der Juden König.
Pilatus antwortete: Was ich geschrieben habe, das habe ich geschrieben.

Lied: „O Haupt voll Blut und Wunden“
(EG 85,1)

1. O Haupt voll Blut und Wunden,
voll Schmerz und voller Hohn,
o Haupt, zum Spott gebunden
mit einer Dornenkron,
o Haupt, sonst schön gezieret
mit höchster Ehr und Zier,
jetzt aber hoch schimpfieret:
gegrüßet seist du mir!

Evangelium (Johannes 19, 23+ 24)

Die Soldaten aber, da sie Jesus gekreuzigt hatten, nahmen seine Kleider und machten vier Teile, für jeden Soldaten einen Teil, dazu auch den Rock. Der aber war ungenäht, von oben an gewebt in einem Stück.
Da sprachen sie untereinander: Lasst uns den nicht zerteilen, sondern darum losen, wem er gehören soll. So sollte die Schrift erfüllt werden, die sagt (Psalm 22,19): „Sie haben meine Kleider unter sich geteilt und haben über mein Gewand das Los geworfen.“ Das taten die Soldaten.

Lied: „Wer hat dich so geschlagen?“
(EG 84,2)

2. Wer hat dich so geschlagen,
mein Heil, und dich mit Plagen
so übel zugericht’?
Du bist ja nicht ein Sünder
wie wir und unsre Kinder,
von Übeltaten weißt du nicht.

Evangelium (Johannes 19, 25-30)

Es standen aber bei dem Kreuz Jesu seine Mutter und seiner Mutter Schwester, Maria, die Frau des Klopas, und Maria Magdalena. Als nun Jesus seine Mutter sah und bei ihr den Jünger, den er lieb hatte, spricht er zu seiner Mutter: Frau, siehe, das ist dein Sohn! Danach spricht er zu dem Jünger: Siehe, das ist deine Mutter! Und von der Stunde an nahm sie der Jünger zu sich.

Danach, als Jesus wusste, dass schon alles vollbracht war, spricht er, damit die Schrift erfüllt würde: Mich dürstet. Da stand ein Gefäß voll Essig. Sie aber füllten einen Schwamm mit Essig und legten ihn um einen Ysop und hielten ihm den an den Mund.

Da nun Jesus den Essig genommen hatte, sprach er: Es ist vollbracht. Und neigte das Haupt und verschied.

Totengedenken

Musik: J.S.Bach: „Es ist vollbracht“, Arie aus BWV 159

Predigt

Mit Lesung aus Jesaia 52 und 53

Siehe, meinem Knecht wird´s gelingen, er wird erhöht und sehr hoch erhaben sein. Wie sich viele über ihn entsetzten – so entstellt sah er aus,
nicht mehr wie ein Mensch, und seine Gestalt nicht wie die der Menschenkinder -, so wird er viele Völker in Staunen versetzen, dass auch Könige ihren Mund vor ihm zuhalten. Denn was ihnen nie erzählt wurde, das werden sie nun sehen,
und was sie nie gehört haben, nun erfahren. […]
Wir sahen ihn, aber da war keine Gestalt, die uns gefallen hätte.
Er war […] voller Schmerzen und Krankheit. Er war so verachtet, dass man das Angesicht vor ihm verbarg. […] Fürwahr, er trug unsre Krankheit und lud auf sich unsre Schmerzen.
Wir aber hielten ihn für den, der von Gott geschlagen und gemartert wäre. […]
Die Strafe liegt auf ihm, auf dass wir Frieden hätten, und durch seine Wunden sind wir geheilt. […]
Wie ein Lamm, das zur Schlachtbank geführt wird;
und wie ein Schaf, das verstummt vor seinem Scherer, tat er seinen Mund nicht auf. […]
Aber wen kümmert sein Geschick? […] Des Herrn Plan wird durch ihn gelingen.
Weil seine Seele sich abgemüht hat, wird er das Licht schauen und die Fülle haben.

Lied: „O Haupt voll Blut und Wunden“
(EG 85, 9+10)

9. Wenn ich einmal soll scheiden,
so scheide nicht von mir,
wenn ich den Tod soll leiden,
so tritt du dann herfür;
wenn mir am allerbängsten
wird um das Herze sein,
so reiß mich aus den Ängsten
kraft deiner Angst und Pein.

10. Erscheine mir zum Schilde,
zum Trost in meinem Tod,
und lass mich sehn dein Bilde
in deiner Kreuzesnot.
Da will ich nach dir blicken,
da will ich glaubensvoll
dich fest an mein Herz drücken.
Wer so stirbt, der stirbt wohl.

Fürbitten

Vaterunser

Vater unser im Himmel.
Geheiligt werde dein Name.
Dein Reich komme.
Dein Wille geschehe
wie im Himmel so auf Erden.
Unser tägliches Brot gib uns heute,
und vergib uns unsere Schuld,
wie auch wir vergeben unsern Schuldigern.
Und führe uns nicht in Versuchung,
sondern erlöse uns von dem Bösen.
Denn dein ist das Reich und die Kraft
und die Herrlichkeit in Ewigkeit.

Amen.

Musik: J.S.Bach „Ich hatte viel Bekümmernis“ BWV 21

Sendung und Segen

Musik

Mitwirkende

Pfarrerin Maria Soulaiman
Dekan Jörg Dittmar

Lektor*in:
Nadine Dittmar
Christian Hilz

Heidi Baumgartner (Sopran,), Katharina Guglhör (Alt), Richard Resch (Tenor), Christian Hilz (Bass)

Inbar Tamar (Oboe)

Fabian Pablo Müller, Saxophon

Cappella Hilaria

Orgel und musikalische Gestaltung: KMD Frank Müller

Redaktion: Tilmann Kleinjung

Liturgische Beratung: Melitta Müller-Hansen

Digitales Liedblatt: ELKB Social Media

#derGlaubeistnichtjedermannsSache

Hier finden Sie alle Informationen zum Fernsehgottesdienst aus der NeuPfarrKirche in Regensburg, der am 8. Juli 2018 von 10 bis 11 Uhr im BR Fernsehen übertragen wurde und jetzt in der BR Mediathek zu sehen ist.

Viele haben den Gottesdienst auch auf Twitter und Facebook mitfeiern: auf der Facebookseite der Evangelischen Kirche in Bayern (www.facebook.com/evangelischlutherischekircheinbayern) und bei Twitter mit dem Hashtag #derGlaubeistnichtjedermannsSache

Der Ablauf

Raselius-Chor: Heinrich Schütz, „Ich weiß, woran ich glaube“

Begrüßung

Lied: All Morgen ist ganz frisch und neu (Evangelisches Gesangbuch: 440,1-4)

Besinnung – Der Mensch vor Gott

Raselius-Chor: „Kyrie“ von Dietrich Buxtehude aus der Messe „Missa brevis“

Zuspruch

Lied: Du meine Seele, singe (Evangelisches Gesangbuch – 302,1-3+8)

Gebet

Lesung aus dem Matthäusevangelium, Kapitel 14: „Warum hast du gezweifelt?“

„Postludium festivo“ von Sigfrid Karg-Elert (Trompete Christian Höcherl und Prof. Stefan Baier (Orgel)

Jürgen Klopp: „Über Glaube und Gott“ gelesen von Manuel Karadeniz

„Cantilena“ aus „Fantasia Gregoriana“ von Hans Uwe Hielscher (Trompete Christian Höcherl, Orgel Prof. Stefan Baier)

Beatrice von Weizsäcker: „Ist da jemand?“ gelesen von Clara Sindel

„The Dance of Life“ von Anthony Plog  (Trompete Christian Höcherl, Orgel Prof. Stefan Baier)

Robert Seethaler: „Ein ganzes Leben“ gelesen von Larissa Bader

„Festliches Postludium“ von Wolfram Graf  (Trompete Christian Höcherl, Orgel Prof. Stefan Baier)

Predigt: „Der Glaube ist nicht jedermanns Sache“ (siehe unten)

Lied: Ich glaube, Gott ist Herr der Welt (Evangelisches Gesangbuch – 704)

Fürbittengebet

Lied nach jeder Fürbitte: Ubi caritas et amor (Evangelisches Gesangbuch – 651)
Ubi caritas et amor. Ubi caritas. Deus ibi est.

Vaterunser

„Cantate Dominum“ von Vytautas Miškinis (Raselius-Chor)

Segen

Lied: Der Herr segne dich und behüte dich EG 570

Musik zum Schluß: Georg Friedrich Händel „Suite in D-Dur“

Die Mitwirkenden

Die Liturgie im Gottesdienst haben Pfarrerin Dr. Gabriele Kainz und Dekan Eckhard Herrmann, der auch die Predigt hält. Lektorin ist Johanna Wannack. Die Texte lesen Larissa Bader, Clara Sindel und Manuel Karadeniz, alle Studierende der Akademie für Darstellende Kunst, Regensburg. Es singt der Raselius-Chor, ein Kammerchor der Regensburger Kantorei unter der Leitung von Kirchenmusikdirektor Roman Emilius. Weiter musizieren Christian Höcherl (Trompete) und Prof. Stefan Baier (Orgel).

Der Prediger

Dekan Eckhard Herrmann ist gebürtiger Hannoveraner und in Oberschwaben aufgewachsen. Sein Theologiestudium führt ihn nach München und Wien. Herrmann war Gemeindepfarrer in Burghausen und Burgkirchen, in Würzburg und Baldham. Er ist verheiratet und hat drei Söhne. Als Dekan leitet er das Donaudekanat seit dem 1. April 2006. Im Fernsehgottesdienst hält er die Predigt.

Die Liturgin

Dr. Gabriele Kainz ist gebürtige Regensburgerin und hat am dortigen Werner-von-Siemens-Gymnasium Abitur gemacht. Theologie studierte sie in Neuendettelsau und München. Nach ihrem Vikariat in München war Sie bei der BMW AG zu einem Wirtschaftsvikariat in der Abteilung „Politische Kommunikation“ und arbeitete dabei auch im BMW Konzernbüro in Berlin. Mit halben Stellen war sie ab 2011 sie Pfarrerin in der Münchner Kirchengemeinde St. Lukas und ab 2014 in der Personalabteilung der Landeskirche tätig. Gleichzeitig promovierte sie bis 2015 über „Der Briefwechsel zwischen Franz Marc und Pfarrer Otto Schlier in den Jahren 1894-1900. Eine Studie zum protestantischen Hintergrund des Künstlers.“ Seit 2017 ist Kainz Hochschul- und Studierendenpfarrerin in Regensburg und seit 2018 auch Kunstbeauftragte im Kirchenkreis Regensburg sowie seit Mai 2018 nach dreijähriger Ausbildung Hakomi®-Therapeutin, einer erfahrungsorientierten Körperpsychotherapie. Als Pfarrerin wird sie im Fernsehgottesdienst die Liturgie gestalten.

Die Predigt

Dekan Eckhard Herrmann über 2. Thessalonicher 3,2

Eigentlich wollte ich nur ein bisschen aufräumen. Aber dann ist mir diese Karte in die Hände gekommen. Mein Onkel hat sie mir geschickt. Der einzige, den ich hatte. Und den ich sehr gern gehabt habe. Und er mich. Das weiß ich noch. Über fünfzig Jahren ist das jetzt her. Vorn drauf ein Schwarz-Weiß-Foto. Ein Mecki. Eine Igelfigur. Damals das Maskottchen einer großen Fernsehzeitschrift. Ich hatte auch einen als Stofftier. Ich war damals zehn. Und mein Onkel fünfundzwanzig. Und schwerkrank. Mit zittriger Hand hat er mir geschrieben. Liebe Grüße. Ob er gewusst hat, dass es letzte Grüße sein würden? Dass er hofft, mich bald wieder zu sehen, hat er geschrieben. Und dass er sich darauf freut. Nur wenige Tage später ist er gestorben.

Ich frage mich, wie das damals wohl gewesen sein mag. Für ihn. Sein nahes Ende vor Augen. Und in Gedanken bei mir. Seinem kleinen Neffen, einem fröhlichen Kind, das das Leben noch vor sich hat. Und ich frage mich, wie das für ihn damals wohl mit dem Glauben gewesen sein mag. Als Konfirmand hatte ihn der Pfarrer gefragt, ob er denn das alles glaubt, was sie da im Unterricht lernen. „Nein“, hat er gesagt. Ganz ehrlich! „Dann kann ich dich auch nicht konfirmieren“, hat der Pfarrer daraufhin entschieden. Und so war’s dann auch. Entweder, oder. Sehr konsequent. Das schon. Aber nicht besonders einfühlsam. Einem Jugendlichen gegenüber. Jahre später durfte mein Onkel deswegen nicht Pate werden. Strenge Regeln. Damals. Heute immer noch. Theoretisch. In der Praxis gehen wir lockerer damit um.

Ich weiß nicht, wie’s später für ihn mit dem Glauben war. Auf dem Krankenbett. Und kurz vor dem Tod. Ob er noch zu Gott gefunden hat? Zu ihm gebetet? In seiner Verzweiflung, seiner Angst, seiner Not? Oder ob er versucht hat, mit seinem Schicksal allein fertig zu werden? Ich weiß es nicht. Aber ich wünschte mir und ich hoffe, dass er – mit oder ohne Gott – am Ende für sich noch etwas gefunden hat, das ihm geholfen hat, getrost und gelassen gehen zu können.

„Der Glaube ist nicht jedermanns Sache.“ Klingt wie die Überschrift der Ergebnisse einer aktuellen repräsentativen Umfrage. Das gibt’s ja … alle Jahre wieder, mal von der Kirche selbst in Auftrag gegeben, mal von einer großen Zeitschrift. Ist es aber nicht. „Der Glaube ist nicht jedermanns Sache.“ Das hat der Apostel Paulus erkannt und geschrieben. Oder, wenn nicht er selbst, dann einer, der ihm nahestand. Einer, der dachte, fühle, redete, schrieb wie er. Schon vor zweitausend Jahren. An die Christinnen und Christen in der kleinen Gemeinde in Thessalonich, dem heutigen Thessaloniki in der griechischen Region Makedonien. „Der Glaube ist nicht jedermanns Sache.“ Ganz unaufgeregt. Ganz sachlich. Ganz nüchtern. Nein, nicht dass das egal wäre. Das nicht. Dafür haben Paulus und seine Mitstreiter sich selbst viel zu sehr für die Verbreitung der Botschaft Gottes, für die Weitergabe der Worte und Taten Jesu eingesetzt. Haben Spott und Hohn einstecken und so manchen Ärger aushalten müssen, bis hin zu Gefängnisaufenthalten.

Aber gerade deshalb, weil sie mit ihrem Einsatz für den Glauben immer wieder an Grenzen gestoßen sind, gerade deshalb wissen sie auch, wie schwer es ist für den Glauben zu werben. Und vielleicht, weil der Glaube für sie selbst in einer früheren Lebensphase auch nicht selbstverständlich war. Weil sie gezaudert, gezögert, gezweifelt haben. „Betet dafür“, heißt es im Brief an die Thessalonicher, … „betet dafür, dass mehr und mehr Menschen erkennen, dass der Glaube ihnen guttun, dass er ihnen helfen, dass er sie in kritischen Lebenssituationen geradezu heilen kein.“ Betet! Das entlastet. Nicht wir sind es, die den Glauben schaffen. Sondern Gott ist es, der ihn schenkt. Und wir haben die Freiheit, dieses Geschenk anzunehmen. Oder auch nicht. „Der Glaube ist nicht jedermanns Sache.“ So ist das. So war das damals. Und so ist das auch heute. Nicht nur bei uns Christinnen und Christen. Sondern in allen Religionen.

Welche Rolle spielt der Glaube im Leben? Mein Glaube. Dein Glaube. Der ganz persönliche Glaube. Welche Rolle spielt dieser Glaube in unserem Leben? Kann er – sprichwörtlich – Berge versetzen? Berge von Schwierigkeiten, von Hindernissen, von Ängsten, die uns den Weg verstellen? Kann er uns helfen, Mauern zu überwinden? Mauern des Misstrauens und der Vorurteile? Kann er uns selig machen? Nein, nicht im Sinne eines spöttisch-ironischen „Wer’s glaubt, wird selig!“. Sondern wirklich selig. Zufrieden mit dem, was wir sind und haben. Dankbar, glücklich. Gesegnet. Jeder Mensch hat eine Geschichte. Seine Geschichte. Seine Lebensgeschichte. Und seine Glaubensgeschichte. Auch wenn er nicht glaubt, … nie geglaubt hat, weil er nie mit dem Glauben in Berührung gekommen ist, … nie etwas über den Glauben gehört hat, oder wenn er nicht mehr glaubt, nicht mehr glauben kann oder will, weil besondere Ereignisse seinen Glauben infrage gestellt und erschüttert und ihm seinen Glauben genommen haben. Auch kein Glaube hat – so paradox das klingen mag –auch kein Glaube hat etwas mit dem Glauben zu tun.

Der Glaube kann einem Menschen helfen, sich und sein Leben mit anderen Augen zu sehen. Wie schön, wenn einer sagen kann: „Es geht mir gut“ und weiß, dass das nicht allein sein Verdienst ist, dass er hier und nicht in einem von Hunger und Not, von Kriegen und Katastrophen gebeutelten Land lebt, dass er gesund ist und dass er Arbeit und Auskommen hat. Dass um ihn herum Menschen sind, denen er etwas bedeutet und die ihm etwas bedeuten! Wie schön, wenn einer das alles nicht als selbstverständlich hinnimmt! Und dabei sieht, dass andere – ohne ihr Versagen, ohne eigene Schuld – das alles nicht haben. Dann hat das für mich auch etwas mit dem Glauben zu tun. Mit dem Glauben an ein Leben, das mir geschenkt ist, und an einen, der es mir geschenkt hat. Der es mir geschenkt hat und der es mich genießen lässt. So, wie es ist. Und mich in meiner Dankbarkeit ihn und die, denen es nicht so gut geht, wie mir, nicht vergessen lässt.

Aber es gibt auch das andere. Dass einer glaubt, nicht, weil es ihm gut geht, sondern dass er glaubt, obwohl es ihm schlecht geht. Ich bin in meinem Dienst vielen Menschen begegnet, meistens waren es Frauen, alte Frauen, die den Krieg überstanden haben, die mit ihren Kindern vertrieben wurden, die flüchten mussten, die Angst um den Mann und die Söhne hatten und oft vergeblich auf ihre Rückkehr gewartet haben, die woanders von den Einheimischen alles andere als mit offenen Armen empfangen praktisch mit nichts wieder anfangen und sich ihr ganzes Leben neu aufbauen mussten. Und die sagten: „Ohne meinen Glauben hätte ich das nicht geschafft.“ Ohne den Glauben daran, dass da einer ist, „der mich durch die tiefen und tiefsten Täler meines Lebens hindurch trägt.“ Ohne den Glauben, der ihnen geholfen hat nicht nur zu leben, sondern zu überleben. Und der ihnen eines Tages auch helfen wird, zu sterben. Weil sie auf den vertrauen, der sagt: „Ich bin bei dir.“ Und: „Ich bleibe bei dir. Komme, was da wolle.“

Ich konnte das oft nicht verstehen. Wenn ich die Geschichten dieser Frauen gehört habe, schlimme Geschichten, traurige Geschichten, dann habe ich mich oft gefragt: „Wie kann man da noch glauben? Wie kann man da noch an einen guten, einen liebenden Gott glauben? Wenn man so etwas erlebt?“ Ich habe diese Frauen oft für ihren Glauben bewundert und auch ein bisschen um ihren Glauben beneidet. Ich weiß nicht, ob ich dazu fähig wäre. Ob ich in meiner Verzweiflung nicht am Ende doch zweifeln würde und einfach nicht mehr glauben könnte.

Von Andreas Egger heißt es: „Er war nie in die Verlegenheit gekommen, an Gott zu glauben.“ Die Bilanz eines ganzen Lebens. Eines einfachen, eines bescheidenen, eines oft schweren und harten und manchmal sogar unbarmherzigen Lebens. Und das dennoch ein erfülltes und deshalb ein gutes Leben war. Erfüllt von der Gewissheit, niemandem geschadet und selbst nach Kräften vielleicht nicht alles, aber doch vieles richtig gemacht zu haben. Eines Lebens nicht gegen den Glauben. Aber der Glaube – so wichtig er für andere sein mag – ist für Andreas Egger nicht lebensnotwendig. Mich beeindruckt diese Ehrlichkeit. Diese Aufrichtigkeit. Diese Ehrlichkeit und diese Aufrichtigkeit sich selbst, anderen und – im Grunde genommen auch – Gott gegenüber.

Am Ende des Matthäusevangeliums steht der so genannte Missionsbefehl. „Geht und macht alle Völker zu meinen Jüngern!“ Jesu Auftrag für uns. Für alle Christinnen und Christen. „Gewinnt die Menschen für meine Sache. Helft ihnen, so zu leben, wie ich es euch gezeigt habe.“ Menschen den Glauben nahebringen. Ihnen helfen, zu vertrauen. Gott zu vertrauen. Gewissermaßen sein Testament. Aber, davon bin ich überzeugt, es ist auch im Sinne Jesu, Menschen den Glauben nicht aufzuzwingen. Zu akzeptieren, wenn der Glaube eben nicht ihre Sache ist. So wie der Schreiber des Briefes an die Thessalonicher das damals akzeptiert hat.

Der Glaube macht einen ja nicht zu einem besseren Menschen. Zu einem anderen vielleicht. Der Glaube als Richtschnur. Als Geländer, das einem Halt geben kann. Wenn man will. Wer auch so genügend Halt hat, der braucht es eben nicht. Vielleicht später einmal. Das Geländer bleibt. Bis zum letzten Schritt. Es ist nie zu spät, sich daran festzuhalten. Es ist nie zu spät, den Glauben – irgendwann – doch noch zu seiner Sache zu machen.

Amen.