Den Weltgebetstag online mitfeiern

Der Weltgebetstag wird am ersten Freitag im März weltweit gefeiert. In vielen Kirchen und Gemeindehäusern treffen sich Frauen (und Männer), um an einem Tag den betenden Focus auf die Situation von Frauen in einem Land zu legen, in diesem Jahr Simbabwe. Wie schon letztes Jahr machen wir diese weltweite Gebetsgemeinschaft digital sichtbar.

Ein Gottesdienst zum Mitfeiern

sorgt für einen Livestream im Internet. Der Stream ist so aufgebaut, dass Gemeinden an anderen Orten den Gottesdienst mitfeiern können. Der Weltgebetstag wird so an diesem Abend ein auch erlebbar weltweites Geschehen.

Die Weltgebetstagsteams aus Bayreuth feiern jedes Jahr den Weltgebetstag der Frauen. Das Besondere in diesem Jahr: Der Gottesdienst aus der oberfränkischen Erlöserkirche wird am 6. März 2020 durch die Projektstelle KircheDigital der ELKB live im Internet übertragen. Durch Liveuntertitel ist der Gottesdienst auch für Gehörlose, Senioren oder Menschen, die schlecht deutsch sprechen geeignet.

Die länderübergreifende Verbundenheit beim Weltgebetstag wird durch den Livestream noch einmal besonders erlebbar. Außerdem können alle feiernden Gemeinden miteinander beten, nachdenken und sich austauschen. Möglich werden soll dies unter anderem durch eine Social Wall mit Beiträgen von Instagram und Twitter sowie den Livechat auf YouTube.

Dem Team geht es momentan wie vielen anderen Gemeinden: Es steckt mitten in den Vorbereitungen und entwickelt viele kreative Ideen. Im Zentrum ihres Gottesdienstes steht die simbabwische Liturgie mit der Heilung eines kranken Menschen aus Johannes 5 „Steh auf und geh!“. Es spielt die Bayreuther Kirchenband „Projekt 11“.

Besonders schön wird es, wenn ihr den Abend bei euch etwas vorbereitet und vielleicht für die Feier danach etwas landestypisches kocht. Ideen dazu gibt es auf der Seite des Weltgebetstags. Wenn ihr uns bis 18 Uhr Bescheid gebt, wo ihr den Gottesdienst mitfeiert, dann begrüßen wie euch auch gerne.

Gemeinsam den Gottesdienst erleben

Auch die Kommunikation aller Feiernden wird es geben. Als Rückkanal haben wird eine Social Wall Weltgebetstag eingerichtet, die alle Posts auf Twitter und Instagram für alle sichtbar macht und für gemeinsames Nachdenken und Beten genutzt werden kann. Postet auf Twitter oder auf Instagram mit dem Hashtag #weltgebetstag. Oder Kommentiert auf der Facebook-Seite des Weltgebetstags. Und wenn ihr uns Gebete schickt, werden wir sie in den Gottesdienst einbauen. Wenn ihr sehen wollt, was weltweit gerade geschieht, dann holt euch mit diesem Link die Wall auf ein Laptop.

Weitere Hinweise zur Technik findet ihr am Ende dieses Artikels.

Unser Programm am 6. März

Wir starten am Freitag um 18.15 Uhr mit einem Vorprogram mit einer Einführung in das Land Simbabwe, mit Musik und Interviews. Dieses Programm endet um 18.55 Uhr und eignet sich auch als Vorprogramm für einen eigenen Gottesdienst bei euch. (Dann streamen wir euch ein Standbild, damit ihr euren Stream nicht unterbrechen müsst.)

Der Gottesdienst beginnt um 19 Uhr mit dem Glockenläuten aus Bayreuth. Zum Mitfeiern haben wir den Gottesdienstablauf zum Mitfeiern (s.u.) und ein Liedblatt als PDF (s.u.) zum ausdrucken.

Nach dem Gottesdienst verabschieden wir euch und beenden den Stream etwa nach zehn Minuten (geplant 20:15 Uhr). Wie an vielen anderen Orten auch feiern wir im Gemeindehaus weiter. Über die Social Wall halten wir aber den Abend über mit euch Kontakt und wir freuen uns, wenn ihr uns Rückmeldungen gebt und einander teilhaben lasst, wie ihr den Weltgebetstag gefeiert habt.

Der Gottesdienst

Der Ablauf ist derzeit noch in Arbeit und steht am 6. März hier zur Verfügung

 

Vaterunser und Segen

Lied: Der Tag ist um, die Nacht kehrt wieder

1. Der Tag ist um, die Nacht kehrt wieder, auch sie, o Herr, ist deine Zeit. Dich priesen unsre Morgenlieder, dir sei die Stille nun geweiht.

2. Wie über Länder, über Meere der Morgen ewig weiterzieht, tönt stets ein Lied zu deiner Ehre, dein Lob, vor dem der Schatten flieht

3. Kaum ist die Sonne uns entschwunden, weckt ferne Menschen schon ihr Lauf, und herrlich neu steigt alle Stunden die Kunde deiner Wunder auf.

4. So mögen Erdenreiche fallen, dein Reich, Herr, steht in Ewigkeit und wächst und wächst, bis endlich allen das Herz zu deinem Dienst bereit.

 

Hier findet ihr ein Liedblatt zum Download und ausdrucken.
> in Arbeit

Die technischen Voraussetzungen

Zum Mitfeiern braucht ihr einen Internetzugang (LAN oder WLAN, mindestens 16 Mbit im Download wären gut. Wie schnell eure Verbindung ist, könnt ihr mit einem Speedtest überprüfen).

Mit einem Laptop holt ihr euch den Stream vom YouTube-Kanal der Evangelischen Kirche in Bayern und zeigt ihn mit Beamer oder großem Bildschirm. Wichtig ist auch ein guter Ton: schließt den AudioAusgang des Streams an eine Lautsprecheranlage an. Wir planen die Übertragung so, dass ihr auch bei den Liedern gut mitsingen könnt.

Für das GemeinschaftsErleben könnt ihr die Social Wall Weltgebetstag verwenden. Dazu braucht ihr einen weitere Computer/Laptop der die URL https://walls.io/weltgebetstag in einem Browser zeigt. Dieses Bild könnt ihr mit einem zweiten Beamer oder einem Bildschirm zu euch holen. (Wenn ein Beitrag auf der Wall nicht gleich angezeigt wird, hat das technische Gründe, da wir die Wall moderieren müssen.)

Auf diesen Kanälen könnt ihr euch beteiligen.

Twitter: Verwendet in euren Tweets immer den Hashtag #weltgebetstag. Wenn ihr uns Gebete schicken wollt, werden wir sie in den Gottesdienst einbauen. Auf Twitter kann man auch gut Bilder mitschicken.

Instagram: Auch auf Insta postet bitte immer mit dem Hashtag #weltgebetstag. Wenn ihr uns Gebete schicken wollt, werden wir sie in den Gottesdienst einbauen. Alle Bilder und Videos landen auf der Social WallAuf Twitter kann man auch gut Bilder mitschicken.

WhatsApp: Diese Möglichkeit klären wir gerade noch

Wenn ihr über euren Weltgebetstag in den Sozialen Medien berichten wollt, verwendet bitte folgende Hashtags: #weltgebetstag #worlddayofprayer .

Weitere Infos

Zum Weltgebetstag bei Corinna Russow, Referentin für Presse- und Öffentlichkeitsarbeit, Weltgebetstag der Frauen – Deutsches Komitee e. V., 0911-68 06 307, russow@weltgebetstag.de

Zum Stream und technischen Fragen bei Christoph Breit, Referat Presse- und Öffentlichkeitsarbeit/Publizistik (P.Ö.P.), Projektstelle #KircheDigital, 089 – 55 95 584, christoph.breit@elkb.de

Zentrum Gottesdienst | Sa 16.30–18.00 | Podium „Gottesdienste interaktiv und digital“ | erste Gedanken

Bisherige Erfahrungen mit interaktiven, digitalen  Formaten

Als erste deutschlandweit hat die bayerische Landeskirche bisher dreimal „normale“ Fernsehgottesdienste mit einem SocialMediaDesk kombiniert. Zuschauer und Gottesdienstbesucher vor Ort konnten ihre Gedanken oder Gebete via Social Media einbringen. Einzelne Beiträge wurden im Gottesdienst vorgelesen. Funktioniert hat (zu Überraschung der Fernsehleute), dass Menschen eigene Gebetsanliegen nennen und bereit sind, Inhalte des Gottesdienstes mit eigenem Erlebten zu verknüpfen. Die Ernsthaftigkeit der Beiträge hat beeindruckt.  Wir haben gelernt: Social Media eignet sich als Rückkanal und Störungen sind eher selten. Smartphones und Tablets im Gottesdienst sind nur eine Sache der Gewöhnung. Gottesdienstinhalt für eigene Devices bereitzustellen wäre generell ein guter und papiersparender Service. Menschen freuen sich, wenn sie über die Teilnahme oder das Zusehen sich miteinander verbinden können.

Meine zweite größere Erfahrung ist die Twomplet, die an drei Abenden ja auch auf dem Kirchentag angeboten wird. Das Abendgebet auf Twitter macht Teilnehmende zu einer echten Gebetsgemeinschaft. Die liturgische Funktion Vorbeter*in ist mit Stundengebeten in Kirchen sehr vergleichbar. Das Vorurteil, es würde durch das Medium Twitter so viel an zwischenmenschlicher Botschaft verloren gehen korrespondiert mit der Wahrnehmung, dass auch die zwischenmenschliche Kommunikation in kohlenstofflichen Gemeinschaften nicht immer lückenlos ist, ja ab einer gewissen Teilnehmerzahl nicht mehr gut funktioniert. Die Skalierbarkeit einer Twomplet ist da hilfreich. Im Falle der Twompleten am Abend des GermanWingsAbsturzes und nach den ParisAttentaten haben bis zu 1000 Menschen mitgebetet und mehr als 25.000 einzelne Tweets des Gebets gesehen. Und es war zwischenmenschliches immer noch möglich.

Die dritte Erfahrung ist der Livestream des WeltgebetstagsGottesdienstes 2019 aus Hellmitzheim, einer kleinen Gemeinde in Franken. Hier haben wir zum ersten mal einen Gottesdienst so übertragen, dass er am heimischen Laptop oder mit Beamer in einer anderen Kirche mitgefeiert werden kann und die digitale Teilnahme an einem Gottesdienst möglich ist. Eine der vielen Erfahrungen: der Enkel stellt der Oma im Dorf das Laptop hin und die alte Dame feiert begeistert den Gottesdienst mit, den sie so gerne besucht hätte. Aus einem „besser als nichts“ wird ein „sollte es immer geben!“.

Was spricht dafür, digitale und interaktive Gottesdienste zu feiern?

Ich glaube, das Gottesdienstgeschehen ist im Wandel und muss sich immer wieder anpassen. Das alte Leitbild des Gottesdienstes als Kernpunkt einer örtlichen Gemeinde und Puls ihres gemeinsamen Lebens ist mindestens für die überholt, die ohne einen ständigen Ortsbezug leben und/oder mit der Milieu-Verengung evangelischen Gemeindelebens ihre Schwierigkeiten haben. ottesdienstgemeinde ist für mich die jeweils um Wort uns Sakrament versammelte Gemeinde und digitale Teilnahme ist mit körperlicher gleichzusetzen. Hanna Jacobs hat mit Ihrem Plädoyer, die Predigt abzuschaffen einen weiteren Pfad gewiesen: Menschen wollen nicht mehr zugetextet sondern angeregt werden. Es genügt, wenn einzelne Gedanken berühren. Religiöse Rede als Einbahnstraßenkommunikation fällt hinter den Austausch mehrerer Menschen zurück. Interaktion wäre hier Fortführung der Verkündigung. Und bei Gebeten bleiben in traditionellen Gottesdiensten die Anliegen der Gemeinde meist außen vor.

Wie verändert Interaktivität den Gottesdienst?

Beteiligung und persönliches Liken und Teilen macht aus einem abgeschlossenen Geschehen an einem Ort für bestimmte Menschen ein offenes Beten, Singen und Nachdenken. Die drei großen Möglichkeiten der Digitalisierung 1.Raumunabhängigkeit, 2.Zeitunabhängigkeit und 3.Skalierbarkeit kommen den Gottesdienst als Ort, Zeit und Platz der Verkündigung und möglichen Anwesenheit Gottes sehr entgegen. Eigentlich schade, wenn wir diese Chance nicht nützen.