re:publica24 – Teil 1 – Highlights und Learnings

Nach fünf Jahren ist die re:publica wieder an ihren alten Ort, die Station Berlin zurückgekehrt. Noch größer, mit noch mehr Bühnen und Platz. 800 Sessions mit über 1500 Sprecher:innen waren unter dem Motto „who cares?“ zu erleben. Doppeldeutig wie schon bei früheren RPs geht es dieses Jahr um Care-Arbeit und auch wer sich um was kümmert (Schön, dass im Anfangstrailer unter den vielen, die ihre Care-Arbeit zeigten auch @theresaliebt vorkam. Denn wir kümmern uns um Hoffnungsgeschichten) und – der dritte Wortsinn – ein hin und wieder gelassenes „was soll’s!?“ angesichts all des Wahnsinns in der Welt.

Zum ersten Mal gibt es mit der gleichzeitig stattfindenden Messe Tincon auch ein (kostenloses) Programm für Menschen zwischen 13 und 25 Jahren, das rund 4000 Jugendliche nutzen. Für alle Tincon-Teilnehmenden ist die re:publica kostenlos. Ein super Signal.

Viele Inhalte der #rp24 sind auch im Stream zu erleben. Ich verlinke in diesem Blogartikel fortlaufend die Videos zu interessanten Themen.

Opening #rp24

Überraschend uneuphorisch war das Opening der RP-Urväter Andreas Gebhard, Markus Beckedahl, Johnny Haeusler … Tanja Haeusler war verhindert. Klare Ansagen aber zu Beginn an die Männer: „Wir müssen alle Feministen sein!“ denn Gewalt gegenüber Frauen ist ein Männerproblem. Und die hat auf der re:publica keinen Platz, genauso nicht wie jede Form von Hass und Abwertung. Ja, die RP ist nicht nur eine Arbeitskonferenz sondern auch eine Haltung.

Verloren auf Plattformen

Es hatte was von Trauerbearbeitung, was Patricia Cammarata, Simon Hurtz, Dirk von Gehlen, Katharina Nocun und Johnny Haeusler da auf die Stage 2 zauberten. Denn nach der Übernahme von Twitter durch Elon Musk fehlt der digitalen Community ihr kommunikatives Wohnzimmer. „Es war wie eine Trennung. Die Freundschaft, diese Person gibt es nicht mehr“, so Katharina Nocun. In der voll besetzen Halle hatte deutlich mehr als die Hälfte einen Twitteraccount und die meisten sind (wie ich auch) derzeit inaktiv. Vielleicht kommen ja wieder mal bessere Zeiten … aber was machen wir bis dahin? Zwei Learnings, die Dirk von Gehlen auf den Punkt brachte:

„Lasst uns das Internet wieder benutzen. Denn wenn’s nicht auf der Homepage steht isses verloren.“ Und auf deiner Plattform bestimmst du die Regeln und von da aus kannst du dich verlinken, auch in den Sozialen Medien.

Und: „Wir müssen uns von der bösesten Lüge der Social Media lösen, das Reichweite etwas wert ist. Die Anzahl der Follower ist doch völlig egal. Der Algorithmus mischt sich eh selbst die Inhalte. Wir müssen uns dieser OMR-Reichweiten-Fixierung widersetzen. Am Ende geht es um Relevanz. Und was bringen dir 100.000 Follower, wenn die Hälfte davon Bots sind.“

Eine Lösung gab es nicht, nur die Erkenntnis, dass 2014 niemand geglaubt hätte, dass Twitter damals doch das Beste war, was in Social Media so gelaufen ist. Im Nachhinein ist man schlauer.

Übrigens zählt auch die Twomplet zu den Opfern von Elon Musk. Das abendliche Gebet auf Twitter ist mit der Reichweitenregulierung und der faktischen Abschaffung der Timeline zugunsten eines Algorithmus nahezu unmöglich geworden. RIP Twitter, hoffentlich sehen wir uns wieder.

KI wird uns alle retten! Es sei denn, sie tut es nicht.

Matthias Spielkamp sorgte für ein erstes Highlight (und die Erfahrung aus dem Kirchentag lehrt: ein Highlight am Tag macht ihn zu einem gelungenen Tag). Seinen Vortrag empfehle ich sehr zum Nachsehen.

Neben viel Hintergrund zum Energieverbrauch von KI war seine Botschaft: Hinterfragt das positive Bild vom Nutzen der KI. Denn das Narrativ, mit KI könne viel Gutes bewegt werden sei meist von den Playern geschrieben, die damit Geld verdienen. Und da KI selbst immer nur das wahrscheinlichste im Sinne von Häufigkeit findet, reproduziert sie auch mächtige Narrative.

Spielkamp, der Mitgründer und Geschäftsführer von AlgorithmWatch ist, hatte die Belege und die klare Kürze, das Thema KI künftig kritischer zu begleiten.

Communities ohne Hass! – Wie Community Management & empowernde Moderation Hass im Netz verdrängt

Das erweiterte Gelände der re:publica bot mit dem Berliner Technikmuseum wunderschöne Locations, auch im Freien. Björn Kunter, Marc Ziegele und Vivian Pein plädierten fundiert und leidenschaftlich für Community-Management. Denn wer einen Kanal aufmacht ist verantwortlich. Community Management hilft die Glaubwürdigkeit eines Kanals aufrecht zu erhalten.

Dem oft erhobenen Vorwurf, Löschen oder Verbergen von Kommentaren sei ein Akt der Zensur oder die Einschränkung der Meinungsfreiheit, hielten die drei entgegen, dass Nicht-Moderation die einschränke, die sich nur in geschützten Räumen an der Diskussion beteiligen. Und auch interessant im Kirchen- und NGO-Kontext eine Erkenntnis aus der Medienforschung: wer auf Plattformen viele Hass Kommentare liest, spendet weniger.

Für Community-Manager:innen gab es Tipps: gehe von der Frage aus „Was kann ich bei einem Kommentar bestärken?“ und überlege „Was kann ich positiv weiter führen?“.
Wer am liebsten wütende Antworten schreiben würden, nimmt am besten dazu ein extra Dokument, in das er oder sie textet. Das kann man dann auch gut mit den Kolleg:innen teilen und viel des Ärgers gemeinsam abbauen. Neben der Tatsache, dass man sich gegenseitig besser kennen lernt.

Und auch das: Üben, üben, üben. Resilienz stärken. Herausfinden „Was sind häufige Fragen?“ und dazu in ruhigen Zeiten Antworten suchen und im Hintergrund Infrastruktur aufbauen. Wie kann ich wen in der Krise erreichen? Klären, was stehen bleiben kann und was nicht. Und zuletzt der Hinweis: Community Management erzeugt auch psychische Erschöpfung.

Hilfreich dazu das Konzept der bestärkenden Moderation „Hallo liebe Community!“

Deathcare. Kann KI Trauer heilen?

Die RP ist auch deswegen für Kirchenmenschen interessant, weil sich erleben lässt, wie Themen, die früher von den Kirchen besetzt waren, jetzt in der säkularen Welt von anderen aufgegriffen werden. Tod und Sterben hat da auf der re:publica als Thema eine lange Tradition. Dieses Mal ging es – wenig überraschend – um KI in der Trauer. Können Gespräche mit Chatbots, die mit Textnachrichten von Verstorbenen trainiert wurden, uns helfen, loszulassen, alte Wunden zu heilen oder gar Traumata zu verarbeiten? Oder vergiften virtuelle Avatare den natürlichen Trauerprozess?

Regisseur Hans Block (Sein Film „Eternal you – vom Ende der Endlichkeit“ kommt im Juni in die Kinos), Soziolage Matthias Meitzler (Er forscht zu „unsterblich als Avatar“), Cori Moore (Gründerin des Netzwerks „Overmydeadbody“), Daniel Alt (Sein www.institut-ida.de hat unter anderem einen Chatbot für Bestattungsfirmen gebaut) und Bestatter Lilli Berger (die mit VYVIT virtuelle Erinnersräume baut) beleuchtet das Thema jeweils aus ihrer Sicht. Der Fülle geschuldet ist eine Zusammenfassung leider nicht möglich. Aber die RP war hier wieder mal sehr weit vorne im Nachdenken über Spiritualität und Trauer in der Zukunft.

Nie wieder Faschismus! Journalismus zwischen Aktivismus und Verfassungsauftrag

Im MONITOR-Forum diskutierten Tilo Jung („Jung und Naiv), Ann-Katrin Müller (Der Spiegel), Julia Krittian( MDR) und Georg Restle (WDR) vor allem über den Umgang der Medien mit der AfD. Sommerinterview mit Bernd Höcke? Wahlrunden mit AfD-Vertreter:innen? Ein etwas vorhersehbar Talk, der das Nachsehen aber lohnt.

Und hier auch das im Talk erwähnte Interview von Jung und Naiv mit Maximilian Krah

Alles muss man selber machen. Was wir ändern müssen, damit sich was ändert.

Barbara Blaha lieferte sehr klar und unterhaltsam ab. Ihr Thema: „Krasse Ungleichheit in Vermögens- und Klimafragen wird auch die nächste Wahl nicht beseitigen. Es fehlt an (Gegen-)Macht: Wer die Welt verändern will, muss herrschende Hegemonien in Zweifel ziehen, plausible Alternativen aufzeigen und den Beweis für die Veränderbarkeit des Status quo bringen.“ Auch hier lohnt das Video.

Außenpolitik in gewendeten Zeiten: Außenministerin Baerbock im Gespräch mit Johnny Haeusler

Dieses Panel habe ich am ersten Tag nicht mehr geschafft. Aber weil es von anderen so gelobt wurde, hier der Link zum Video

Zukunftsreport Generation Alpha

Nachdem ich bei der re:publica 2023 nicht geblogt habe und mir das Thema bei einem Panel im Vorbeigehen wieder zuflog, kann ich eine sehr inspirierende Arbeit des WDR Innovations Hubs hier verlinken. Wer wissen will, wie Menschen der Generation Alpha ticken, die heute 10 Jahre alt sind oder erst in 15 Jahren geboren werden, sollte den Zukunftsreport des Hubs lesen. Ich habe aus dem letzten Jahr behalten, dass Jugendliche die derzeit geboren werden, als Erwachsene Diversität in der Gesellschaft als ganz selbstverständlich leben werden und Sprachassistenten wie Familienangehörige sehen werden. Mehr dazu im Report, den ich hier verlinke.

Inklusive Sprache in der Generation Alpha

Dazu passt auch ein Panel, das ich nicht besuchen konnte aber auf das ich unbedingt hinweisen will. Wie erleben Kinder zwischen sechs und 13 Jahren geschlechtsspezifische Ansprache? Was  verstehen sie und was wünschen sie sich? Mit diesen Fragestellungen wurde eine KiKA-Studie im Frühjahr 2024 vom Institut „iconkids&youth“ durchgeführt. Sie untersucht die Verbreitung, das Verständnis und die Akzeptanz von unterschiedlichen Anspracheformen. Erstmals zum Deutschen Diversity-Tag stellten auf der #rp24  Saskia Weisser (KiKA-Markt- und Medienforschung) und Daniel Seiler (KiKA-Unternehmenskommunikation) die Ergebnisse vor.

Noch ist die Studie nicht veröffentlich, wenn aber findet ihr sie hier. https://www.iconkids.com/publikationen/medien/studien/

Tag 2

Der zweite re:publica-Tag litt ein wenig am langen Digitale-Kirche-Abend zuvor. Ist doch die Konferenz auch eine DER Vernetzungsmöglichkeiten mit Online-Kolleg:innen aus anderen Landeskirchen und der Ökumene. Der Gastgarten des Yorkschlösschens war dazu wieder einmal ein guter Ort. Wie schön, in Post-Pandemie-Zeiten wieder so viele Kolleg:innen zu treffen. Auch deswegen ist die rp übrigens eine der wichtigsten Fortbildungsveranstaltungen für Churchies in Deutschland. Muss immer wieder gesagt werden.

Rechte Symbole auf TikTok erkennen

Runen und Schimpfwörter sind leicht als rechtsextrem zu erkennen – aber was tut die rechte Szene, wenn diese direkten Erkennungsmerkmale von Algorithmen rausgefiltert werden? Dann nutzen sie beispielsweise Sätze wie “Never Lose Your Smile”. Susanne Siegert führte auf Stage 4 in eine Geheimsprache ein, der Wissen wichtig ist.

Hier der Link zum Video der Tincon 2023 (der Link zu #rp24 fehlt noch)(Danke an Lutz Neumeier für diesen Tipp)

Gesunde Menschen gibt es nur auf einer gesunden Erde

Das eigentlich fest eingeplante Panel mit Eckart von Hirschhausen fiel bei mir der Arbeit zum Opfer. Mittlerweile habe ich es nachgesehen und empfehle es sehr. Der Entertainer und Arzt der Nation erzählt, wie er zu einer der prominentesten Stimmen zum Schutz unserer Lebensgrundlagen wurde. Und wie jeder von uns zum Teil der Lösung werden kann. Denn: Wir müssen nicht „die Erde“ retten, sondern uns.

Inside Russian Propaganda: Two women who fight Kremlin’s Fake News

Ans Eingemachte ging es auf dem Panel zur russischen Propaganda. Wer kann der Propagandamaschinerie des Kremls, die mittlerweile in jede Informationssphäre eingreift, überhaupt noch Einhalt gebieten? Und wo steht die russische Öffentlichkeit eigentlich? Die Exil-Journalistinnen Masha Borzunova und Vladlena Savenkova, Filmemacherin und Produzentin bei ARTE Tracks East, gaben Einblicke, die niemanden kalt ließen.

Wie ticken aus dem Krieg gegen die Ukraine zurückkehrende Soldaten, die als „Helden“ gelten und ihre traumatischen Erlebnisse zu Hause in brutale Gewalt gegen ihr Umfeld umschlagen lassen? Und wie lassen sich Opfer dieser Gewalt aus dem Exil interviewen.

Ich empfehle das Video sehr. Es ist aber emotional belastend.

Hektar meets Blasmusik: Wie man mit einem TikTok Umfrage-Format die ländliche Gen Z erreicht

Ganze Kronleuchter gingen mir auf beim Einblick von Mirjam Haider, Hendrik Rack und Lina Verdel in das TikTok Umfrage-Format „Sag mal“ (Abonnieren lohnt sich sehr!). Zielgruppe sind 14 bis 17-jährige auf dem Land, die auch gerne auf dem Land bleiben wollen. Problem: Jung & heimatverbunden wird kaum vom Öffentlich-Rechtlichen Rundfunk erreicht. Von Kirche übrigens auch nicht. Das TikTok Format „sag_mal“ hat das geändert. Mit einem Fokus auf die Perspektiven junger Menschen auf dem Land erreicht das Format Millionen Views.

Das Format wurde zwei (!) Jahre lang vorbereitet und sorgfältig entwickelt. So führten 20 Interviews letztlich zu zwei Personas, die die Zielgruppe abbilden. Auch die Learnings waren erstaunlich: Fragen aus der Welt der Zielgruppe funktionieren nur, wenn sie das Leben berühren. Essen mit Stars funktioniert nicht. Essen der Oma geht endlos. Auch dass Dialekt als im DACH-Raum trennend wahrgenommen wird, ist eher Thema der älteren. Jugendliche nehmen die Prägung durch Sprache und Heimat nicht als Unterschied war. Verbindend waren hier die Themen Daten, Maschinen, Freizeit, Beziehung, Blasmusik und Pfadfinder.

Spannend wäre da, was Kirche lernen kann. Sind die Themen der 14 bis 17-jährigen deutschlandweit so ähnlich, dass ein EKD-weiter TikTok Kanal Zukunft hätte? Momentan gibt es ja nur Versuche einzelner Landeskirchen oder noch kleinerer Einheiten.

(mehr dazu kommt noch …)

KI und Neurodiversität

Das Panel mit André Frank Zimpel hätte mich zwar gereizt, ich habe es aber geschafft. Die wunderbare Elaine hat es mir aber sehr ans Herz gelegt, deswegen blogge ich es hier auch.

Was versteht man unter „Neurodiversität“ und welche Rolle spielt sie im Zeitalter der künstlichen Intelligenz? Der Psychologe André Frank Zimpel erläutert, warum die Anerkennung verschiedener Denkansätze entscheidend ist und letztendlich zur positiven Gestaltung der Gesellschaft beitragen kann.

Tag 3

Hallo Mama, Hallo Papa? – ein „Backscamming“ – Guide gegen digitale Enkeltricks

Großes Kino war die Präsentation von Anna Kassautzki. Als Empfänger regelmäßiger SMS meiner „Kinder“, dass sie eine neue Handynummer haben, führt Anna stellvertretend mal den Dialog mit Scammern. Das ganze las sich ähnlich vergnüglich wie eine theologische Diskussion mit Zeugen Jehovas.

Wichtig Annas Tipps:
– wachsam sein und Ruhe bewahren
– (nicht nur hier) keine persönlichen Details, Passwörter oder PINs rausgeben
– Hilfe holen
– Aussagen überprüfen, also Angehörige unter deren bekannter Nummer anrufen und wenn das nicht funktioniert Partner:innen, Geschwister oder Freund:innen anrufen
– (neu für mich) IMMER die Polizei informieren, Screenshoten und die Nummer der örtlichen Polizei bereithalten. Auch die Online-Wache der Polizei hilft.

Was, wenn Instagram sagt, ich hab ADHS?

Ebenfalls der Zeitnot fiel das Panel mit Kathrin Weßling, Oğuz Yılmaz, Umut Özdemir und  Martina Kix zum Opfer. Weil @theresaliebt es mir sehr empfohlen hat auch hier der

Link zum Video kommt noch

Spiegel-Selfie vs. Selbstwahrnehmung: Der tägliche Struggle mit Schönheitsidealen auf Social Media

Dieses Panel hat mich sehr berührt. Gesina Demes und Annika Prigge tauchten mit uns in die Welt der unrealistischen Schönheitsideale ab. Mit ehrlichem Blick junger Frauen auf ihren Social Media Konsum als Jugendliche beschrieben sie die Folgen für ihre Gesundheit, ihre Selbstwahrnehmung und ihre körperliche und persönliche Entwicklung. Das ganze vor einem sehr jungen, mehrheitlich weiblichen Publikum.

Eine Botschaft: Es ist eine toxische Bubble, die vielen Stars folgt. Veränderungen sind oft erst möglich, wenn man seine Bubble kuratiert und auch Menschen auf Insta folgt, die für etwas stehen.

Mein Seelsorgeherz hat da ziemlich geweint, weil ich befürchte, dass wir als Kirche da den Kontakt zu Jugendlichen verloren haben, die unsere Hilfe echt bräuchten. Das plumpe Verdammen von Social Media in der Vergangenheit hat hier viele Chancen vertan und lebenswichtige Seelsorge verhindert. Der Blick ins Publikum und in die aufmerksamen und oft traurigen Gesichter hat mich sehr berührt.

Auch deswegen teile ich hier gerne die Tipps von Gesina und Annika, die nicht nur in Sachen Bodypositivity für Frauen unter 18 hilfreich sind:
– entfolge, die dir nicht gut tun
– trainiere deinen Algorithmus, bis er dir auch hilfreiches und anderes zeigt
– sauniere und sieh auch andere nackte Menschen
– kommentiere den Körper anderer NICHT
– gib dir Handyzeiten
– schalte toxisches stumm
– umgebe dich im reallife mit den richtigen Leuten

Und ihr Fazit: „Wir haben alle einen Platz auf dieser Welt. Wir sind alle schön und sieh dich so wie dich deine beste Freundin sieht!“ (und ich ergänze … wie Gott dich sieht).

Der freie Fall der Religion

Leider gibt es das Panel mit Hilmar Schmundt und Detlef Pollack auf der wunderschönen Parkbühne nicht im Video. Das Thema: Die Kirchenmitglieder sind seit 2023 in der Minderheit, der christliche Glaube wird nur noch von wenigen geteilt. Geht der Gesellschaft damit etwas verloren? Religionssoziologe Detlef Pollack diskutierte anhand von Infografiken mit dem Journalist Hilmar Schmundt über „Kipppunkt“ des Unglaubens.

Eine unvollständige Erkenntnisse (die ich Andreas Fauth verdanke):
– Das Vertrauen in die Kirche ist zerstört
– Religiosität spielt keine Rolle mehr, um Menschen in der Kirche zu halten
– In skandinavischen Ländern hält diakonisches Handeln, Bildungsarbeit und persönliche Unterstützung die Menschen in der Kirche
– Die Geschwindigkeit der Austritte aus der Kirche nimmt zu. Das Finale meiner re:publica24 war dann der Saisonrückblick Social-Media-Recht 2023/2024 von Henning Krieg  und Thorsten Feldmann. Weil dessen Zusammenfassung aber sehr lang ist, blogge ich ihn extra. Hier geht’s weiter.

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Autor: christophbreit

Christoph Breit leitet die Online- und SocialMedia-Kommunikation der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Bayern.

4 Kommentare zu „re:publica24 – Teil 1 – Highlights und Learnings“

  1. Hallo Herr Breit,

    danke für Ihren ausführlichen Beitrag zur republica. Ein „Freier Fall der Religion“ lässt sich nach meiner Auffassung daraus kaum ablesen. Was ist Ihre Hoffnung und Perspektive?

    Gute Wünsche und Grüße aus Nürnberg

    Bernd Anrold

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